Allergien und Umweltmedizin

Allergie-Ursachen

Allergien können vielfältigster Art und Ursache sein. Die Möglichkeit, bestimmte Allergien wie Heuschnupfen, Pollenschnupfen (Pollinosis), Hausstaubmilben-Allergien oder allergisches Asthma zu entwickeln, ist zumeist genetisch bedingt. Ist ein Elternteil Allergiker, liegt das Risiko für das Kind ebenfalls eine Allergie zu entwickeln bei mindestens 30-40%. Eltern können sich bereits vor einer Schwangerschaft in unserer Praxis untersuchen und beraten lassen, ob für den Nachwuchs ein erhöhtes Risiko besteht und welche Maßnahmen zur Prophylaxe ergriffen werden könnten.

Allergien entwickeln sich erst im Laufe des Lebens: Das Immunsystem muss lernen, sich mit der Umgebung auseinander zu setzen. Dabei muss es zwischen „schlecht“ (Bakterien, Pilze, Viren) und „harmlos“ ( Staub, Pollen usw.) unterscheiden lernen. Ist diese Funktion anlagemäßig gestört, durch „zu reine“ Umgebung unterfordert oder durch Umweltschadstoffe überfordert, können Allergien entstehen.

Auch Kontakte mit Berufsmaterialien (Zement, Lacke), Kosmetika (Friseurstoffe, Cremes), Schmuck (Nickel) und Haushaltsstoffe können Allergien auslösen.

Typen von Allergien

  1. Pollen-Allergien: Diese Allergien können bereits im frühen Kindesalter auftreten, zumeist entstehen sie aber ab dem 20. Lebensjahr. Früher undenkbar, aber heute nicht ungewöhnlich: auch ältere Menschen über 70 können Allergien entwickeln! Am häufigsten sind Allergien gegen Baumpollen (Hasel, Erle, Birke) und gegen Gräser- und Getreidepollen (Lieschgras, Roggen, Gerste). Da die Pollen über viele Kilometer weit fliegen, sind auch Stadtbewohner betroffen, die nicht in der Nähe von Feldern oder Grünanlagen wohnen. Typisch sind Beschwerden wie wässriger Schnupfen, Niesen, Augentränen und Husten bis zu asthmatischen Beschwerden.
  1. Hausstaubmilben-Allergien: Der Mensch reagiert nicht gegen den Staub selbst (auch wenn wir manchmal niesen müssen, wenn wir alte Akten öffnen oder in staubiger Umgebung arbeiten, dieses sind nur Reizerscheinungen der Schleimhäute), sondern wir entwickeln Allergien gegen die Ausscheidungen von Hausstaubmilben. Diese sind mikroskopisch kleine Bewohner eines jeden Haushaltes, die von unseren Hautschuppen leben. Diese Kleinstlebewesen gedeihen insbesondere dort, wo in feuchter Wärme viele Hautschuppen auftreten, also insbesondere in der Matratze, den Bettbezügen und in der Umgebung der Betten (Teppichboden usw). Die Symptome sind beeinträchtigte Nasenatmung im Bett, Niesen, morgendlicher Fliesschnupfen und im Extremfall Asthma.
  1. Kontakt-Allergien: Diese Allergieform entwickelt sich aufgrund von Kontakt zu Gegenständen und verschiedensten Substanzen. An den Kontaktstellen entstehen Hautentzündungen. Ein juckender Ausschlag an der Tragestelle des Modeschmuck-Ohrringes ist z.B. typischer Ausdruck einer Nickel-Allergie. Unverträglichkeiten gegen Haarfärbemittel führen zu Symptomen wie Entzündungen an der Kopfhaut nach dem Friseurbesuch. Problematisch sind insbesondere Allergien gegen Berufsstoffe bei Maurern, Friseuren, Chemiearbeitern, aber auch bei pflegerischen Berufen und vielen weiteren Berufsgruppen. In diesem Fall ist eine präzise Diagnostik ganz besonders wichtig. In Zusammenarbeit mit den Berufsgenossenschaften wollen wir erreichen, dass Sie Ihren Beruf nicht aus gesundheitlichen Gründen aufgeben müssen.
  1. Medikamenten-Allergien: Diese Formen von Unverträglichkeiten sind besonders schwerwiegend und zumeist nicht einfach zu diagnostizieren. Hier ist eine wahre „Detektiv- Arbeit“ nötig, in manchen Fällen ist sogar eine stationäre Diagnostik erforderlich.
  1. Erkrankungen ohne Allergie als Ursache: Häufig werden wir aufgesucht wegen Symptomen, die als Allergie empfunden werden. Nach sorgfältiger Abklärung stellt sich aber heraus, dass die Symptome tatsächlich andere Ursachen haben. Hier gilt unser Grundsatz: Nur eine genaue Diagnostik ermöglicht eine wirksame Behandlung!
 
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