Hauterkrankungen

Pilzerkrankungen, Nagelpilz

Pilze in ihrer mikrobiellen Form sind überall und immer vorhanden, auf unseren Speisen, auf unserer Haut, in unseren Haaren und in unserem Darm. Wir atmen sie ein und schlucken sie herunter. Das ist ganz normal und eine der Grundbedingungen natürlichen Lebens, denn Pilze sind für natürliche Kreisläufe lebenswichtig. Doch bei Störungen der uns schützenden bakteriellen Flora und über Ansteckung können Pilze in unserem Körper überhand nehmen und zu lokalen Infektionen und Beschwerden führen.

Der Nagelpilz ist eine Infektion der Nägel, die meist durch Fadenpilze (Dermatophyten) verursacht wird. Diese sind mit die häufigsten Urheber von Fußpilz. Der Erreger kann wechselseitig bei Fußpilz auch leicht die Nägel befallen und umgekehrt.

In Europa ist Trichophyton rubrum der mit 80 bis 90 Prozent häufigste Nagelpilzerreger. Die wissenschaftliche Bezeichnung für Nagelpilz ist Onychomykose (zusammengesetzt aus Onycho, was für den Nagel steht, und Mykose, die durch Pilze hervorgerufene Krankheit).

Nagelpilz tritt vorwiegend dort auf, wo es feucht ist, damit sind viel häufiger die Fußnägel als die Fingernägel betroffen. In über 80 Prozent der Fälle ist der Großzehennagel betroffen.

Behandlung

Nagelpilz-Infektionen sind meist sehr hartnäckig. Die Behandlung ist langwierig und erfordert viel Geduld, da das Material des Nagels nur langsam wächst und sich die Wirkstoffe, die in den Medikamenten enthalten sind, dort erst anreichern müssen. Die Behandlung mit der Arznei muss konsequent durchgeführt werden, der Therapieerfolg ist abhängig von Ihrer gewissenhaften Mitarbeit abhängig ist.

Lasertherapie

Ein ganz neues, aber sehr bewährtes Verfahren, ist der so genannte Nagellaser. Der Nagel wird durch Laserstrahlen auf eine Temperatur von ca. 60 Grad erhitzt, dadurch sterben Pilzelemente ab. Die Behandlung dauert wenige Sekunden und erreicht alleine, aber noch besser in Kombination mit den anderen Therapieformen ein wesentlich besseres Ergebnis, als man es bisher bei dieser hartnäckigen Erkrankung kannte. In der Regel wird alle 4-6 Wochen eine Behandlung durchgeführt.

Und: Frauen dürfen die Nägel direkt nach dem Lasern auch wieder lackieren.

Zur Behandlungen von Nagel- und Hautpilzerkrankungen stehen nicht nur sehr wirksame äußerliche Behandlungen zur Verfügung, sondern auch verschiede Tabletten. Früher waren diese sehr reich an Nebenwirkungen, neue Produkte sind viel besser verträglich. Der Arzt berät Sie im Einzelfall über die optimale Behandlungsform.

Abtragen

  1. Vor Auftragen der Creme werden die pilzbefallenen, leicht ablösbaren und bröckelnden Nagelteile mit Schere, Einweg-Feile oder Sandpapier entfernt. Desinfizieren Sie nach jeder Nagelpflege Ihre Werkzeuge mit 70-prozentigem Isopropylalkohol oder anderen geeigneten Desinfektionsmitteln aus der Apotheke. Einweg-Feilen/Sandblattfeilen werfen Sie nach dem Gebrauch weg.
  2. Die Creme messerrückendick auf den kranken Nagel auftragen. Den Nagel anschließend mit einem wasserdichten Pflaster oder einer Schutzhülle (z.B. Fingerling oder Haushaltsfolie) abdecken.
  3. Diesen sogenannten Okkulsivverband nach ca. 12 Std. entfernen.
  4. Die aufgeweichten Nagelteile direkt nach dem Ablösen des Pflasters mit der Schere abschneiden bzw. mit der Schneide eines Scherenblattes oder mit einem Schaber oder Messer leicht abschaben. Sobald Sie das Pflaster abgelöst haben, beginnt das Aushärten des Nagels innerhalb weniger Minuten! Sie haben dann viel schlechtere Möglichkeiten des Abtragens.
  5. Täglich werden die Schritte 2 - 4 wiederholt, bis alle pilzerkrankten Nagelteile abgelöst sind.
  6. Nach dem Ablösen der pilzbefallenen Nagelteile muss mit der auch gegen Pilze wirksamen Creme so lange weiterbehandelt werden, bis der Nagel pilzfrei nachgewachsen ist.

Wichtig: Bitte beenden Sie die Behandlung nicht eigenmächtig, sondern erst auf Anweisung Ihres Arztes hin. Haben Sie Geduld; Ihre Mühe wird sich auszahlen!

 
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